Im Hort an der Jakobschule hat das Gesundheitsamt am 1. Dezember die Neuauflage der Broschüre „Essen und Trinken – Ein Ernährungsratgeber für Kinder und ihre Eltern im Hort an der Jakobschule vorgestellt. Die Ernährungsfachberaterin des Gesundheitsamtes, Christina Pittelkow-Abele, und die Leiterin des Hortes, Margit Huber, zeigten zusammen mit den Kindern des Hortes, wie viel Spaß gesundes Essen beim Zubereiten und „Verspeisen“ machen kann.
Obwohl wir in Deutschland wie im „Schlaraffenland“ leben, ist die Auswahl und Zusammenstellung des „richtigen“ Essens und Trinkens für viele Menschen, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder, heutzutage nicht mehr einfach. Zum einen verunsichert durch Lebensmittelskandale und Werbung der Nahrungsmittelindustrie, zum anderen durch den veränderten Umgang mit freier Zeit, hat sich bei vielen Menschen, vor allem der jüngeren Generation, auch das Ernährungsverhalten verändert.
Noch vor wenigen Generationen hatten die Folgen der ernährungsabhängigen Krankheiten wie Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Diabetes und Übergewicht keine große Bedeutung. Das hat sich mit der ständigen Verfügbarkeit von Nahrung grundlegend geändert. Bürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch sagte: „Es ist sinnvoll und hilfreich, dass Eltern und Kinder heute im Blick auf maßvolle und gesunde Ernährung unterstützt werden.“
Immer mehr übergewichtige Kinder
Dr. med. Eva Hungerland, Abteilungsleiterin Kinder- und Jugendgesundheit, Gesundheitsförderung, Soziale Dienste, unterstrich: „Die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen der Stuttgarter Kinder durch das Gesundheitsamt in den letzten Jahren belegen eindrucksvoll, dass es immer mehr übergewichtige Kinder gibt.“ Während 2001 noch 10,0 Prozent der untersuchten Kinder übergewichtig waren, zeigte sich 2004 ein Anstieg auf 12,3 und 2006 auf 14,3 Prozent. In den Jahren 2007 und 2008 lag die Übergewichtsrate der Sechsjährigen bei 12,4 Prozent. Während 2007 noch kein signifikanter geschlechtsspezifischer Unterschied vorlag (12,0 Prozent der Mädchen, 12,8 Prozent bei den Jungen), ist 2008 die Rate der übergewichtigen Jungen auf 13, 5 Prozent gestiegen, der übergewichtigen Mädchen jedoch auf 11,2 Prozent gesunken.
Insgesamt nimmt die Häufigkeit des Übergewichts im Jugendalter zu. Während bei der Einschulungsuntersuchung 12,4 Prozent der Sechsjährigen als übergewichtig eingestuft wurden, ermittelte die Jugendgesundheitsstudie Stuttgart 2005 bei 15-jährigen eine Übergewichtsrate von 16, 3 Prozent.
Migrationshintergrund kann als Risikofaktor angesehen werden: Die Übergewichtsrate bei Kindern mit Migrationshintergrund verdreifacht sich gegenüber Kindern deutscher Herkunft.
Ernährungskompetenz fördern
Die Broschüre „Essen und Trinken“ versteht sich als Ratgeber für Kinder, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen. Die Ernährungskompetenz von Kindern, aber auch von Erwachsenen, soll gefördert werden. Kindern und Erwachsenen soll gezeigt werden, dass eine vielseitige und abwechslungsreiche Ernährung Spaß macht, schmeckt und praktikabel ist.
Christina Pittelkow, Fachberaterin für Ernährungsfragen am Gesundheitsamt, betonte: „Essen und Trinken ist mehr als Nahrungsaufnahme. Richtiges Essen und Trinken macht fit und ermöglicht es, sich zu konzentrieren. Dabei kann man alles essen, aber alles in Maßen.“
Der 45-seitige Ratgeber enthält eine Fülle von Informationen rund um die gesunde Ernährung von Kindesbeinen an. Die wichtigsten Nahrungsmittel sind nach Gruppen sortiert. Außerdem gibt es einen Saisonkalender für Obst und Gemüse, Tipps und pfiffige Rezepte. Spezielle Kapitel sind den Themen Zucker und Frühstück gewidmet. Die lebendigen Fotos und der Rätselspaß machen die Broschüre auch für Kinder attraktiv. Ergänzt werden die Informationen durch interessante Adressen und Links.
Die Broschüre wurde vom Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit der Stabsabteilung Kommunikation erstellt. Die DAK Unternehmen Leben hat die Druckkosten übernommen.
Der kostenlose Ratgeber ist an der Infothek des Rathauses und im Gesundheitsamt, Bismarckstraße 3, sowie in der Kinderbücherei im Wilhelmspalais erhältlich. Die Broschüre kann außerdem beim Gesundheitsamt unter Telefon 216-4474, E-Mail christina.pittelkow-abele@stuttgart.de, angefordert werden.


